Leserbrief zum WAZ-Artikel „Klima-Demo …“ vom 21.09.2019

Zur Ergänzung des unten stehenden Leserbriefs haben wir auch das Anschreiben an die Lokalredaktion der WAZ von Romeo Frey, Sprecher im Vorstand von AUF Witten, zitiert.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem Artikel werde ich persönlich der Lüge bezichtigt, wobei leider nicht klar wird, worin die Lüge eigentlich bestehen soll.

Ich nehme deshalb noch einmal zum Sachverhalt Stellung, worum es AUF Witten bei der ganzen Angelegenheit überhaupt geht: angesichts der besorgniserregenden Entwicklung nicht nur des Klimas, sondern aller zerstörerischen Umweltfaktoren, ist es an der Zeit, überall da, wo man lebt, auch praktische Schritte der Veränderung einzuleiten, als Teil des notwendigen globalen Protestes.

In Witten muss die Umweltpolitik aus der Unterordnung von Investoreninteressen befreit werden, der Kornmarkt ist die erste Nagelprobe, ob das auch so angepackt wird. In diesem Sinne bitte ich um Veröffentlichung meines Leserbriefs. Vielen Dank.

mit freundlichen Grüßen
Romeo Frey

 

Sie zitieren Lilo Dannert, wie sie mich wegen meines Redebeitrags zum Grünen Kornmarkt der Lüge bezichtigt. Schwimmen ihr als Frontfrau der Grünen etwa die Felle weg? Dabei hätte Sie selbst mit Ihrer Stimme gegen den Verkauf des Kornmarktgeländes und damit auch gegen eine Bebauung die einmalige Gelegenheit, Ihre Zustimmung zur Klimaresolution nicht als Wählertäuschung aussehen zu lassen. Denn in dieser Resolution hat der Rat selbst erklärt, alle künftigen Entscheidungen unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes zu fassen. Auf nichts anderes als dieses habe ich in meinem kurzen Beitrag auf der Demo hingewiesen und dass eine Änderung der bisherigen Unterordnung der Umweltpolitik unter Investoreninteressen nötig ist. Ob sie vollzogen wird oder nicht, sieht man nicht an Erklärungen oder Lügenvorwürfen an andere, sondern zum Beispiel daran, ob der Kornmarkt als grüne Oase zum Verweilen umgestaltet wird, wie es engagierte Wittener schon seit 20 Jahren fordern.

Romeo Frey – Vorstandssprecher von AUF Witten

Jetzt erst recht: Der Kornmarkt muss grün werden! Protest am Montag, 23.9. um 16.30 Uhr vor dem Rathaus

Auf der Demonstration gegen eine Bebauung des Kornmarkts am 7. September, zu der das überparteiliche Kommunalwahlbündnis AUF Witten aufgerufen  hatte, wurde einstimmig be-schlossen, vor der Ratssitzung am Montag, 23.9. erneut eine Protestkundgebung durchzuführen. Zwischenzeitlich hat der Stadtentwicklungsausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung am 12.9. den Verkauf des Kornmarkts an die Listgruppe abgenickt  und ohne weitere Diskussion den Antrag von Ratsmitglied Achim Czylwick (AUF Witten) auf Stopp der Bebauung abgelehnt. Dabei würde ein grüner Kornmarkt die Innenstadt aufwerten und klimatologisch und schadstoffmäßig entlasten. Als nächstes wird sich der Rat der Stadt Witten am 23.9., erneut nicht-öffentlich, damit befassen.

Wenn der Rat dem Stadtentwicklungsausschuss folgt und Verkauf und Bebauung des Korn-markts beschließt, konfrontiert er sich mit seiner eigenen Resolution vom 2.7.19, künftig bei allen Beschlüssen den Schutz von Umwelt und Klima zu berücksichtigen.

Den Kornmarkt zu begrünen, wäre ein deutliches Zeichen für eine Wende in der Umweltpolitik der Stadt und im Interesse der Mehrheit der Wittener Bevölkerung. Es ist nicht mehr hinnehmbar, die Lebensinteressen der Bürger einfach weiter wie bisher den Kapitalinteressen von Investoren unterzuordnen. Angesichts der drohenden globalen Umweltkatastrophe kommt es auf jeden Fortschritt an, den man erzielen kann, auch auf unterster kommunaler Ebene.

AUF Witten ruft die Wittener unabhängig von ihrer politischen oder weltanschaulichen Orientierung dazu auf, am 23.9.2019 unmittelbar vor der Ratssitzung um 16.30 Uhr vor dem Rathaus gegen die Bebauung des Kornmarkts zu protestieren und sich für eine Begrünung dieses zentral gelegenen Platzes einzusetzen.

Leserbrief zum Artikel „Kornmarkt-Verkauf an List abgenickt“ vom 16.09.2019

Wer das Licht der Öffentlichkeit scheut … Mit diesem Geheimbeschluss zum Verkauf des Kornmarkts verzichtet der Stadtentwicklungsausschusses bewusst darauf, die Chance zu einer wirklichen Wende in der Umweltpolitik der Stadt einzuleiten. Doch wieder einmal werden die Interessen der Wittener Bürger und des Umweltschutzes den Interessen eines Investors untergeordnet. Darauf hat Ratsmitglied Achim Czylwick bei der Begründung seines Antrags für einen grünen Kornmarkt eindringlich hingewiesen. Diese Tatsache und dass der Antrag ohne Diskussion abgelehnt wurde, hat der Artikel „vergessen“. Auch hätte die WAZ über den sich bereits formierenden Bürgerprotest informieren können, zu dem AUF Witten mit Erfolg aufgerufen hatte.

Letzten Samstag fand am Kornmarkt die erste Protestkundgebung und anschließende Demonstration durch die Bahnhofstrasse statt, eine weitere wird kommenden Montag am 23.9. um 16.30 Uhr vor dem Rathaus abgehalten. Das Ding ist noch längst nicht gegessen, zumal sich der Rat, wenn er am 23.9. über die Bebauung des Kornmarkts abstimmen wird, sich mit seiner Selbstverpflichtung konfrontiert sieht, alle Entscheidungen künftig unter dem Gesichtspunkt des Umwelt- und Klimaschutzes zu treffen. Stimmt er dennoch der Bebauung zu, obwohl ein grüner Kornmarkt die Innenstadt aufwerten und klimatologisch und schadstoffmäßig entlasten würde, passt das hundertprozentig zum Ausspruch des vormaligen Stadtbaurats Dr. Bradtke, der schon 2010 einer Begrünung eine Absage erteilte mit dem Spruch von der „strukturellen Nichterfüllbarkeit von Bürgerwüschen“. Wozu dienen dann Rat und Verwaltung, wenn schon die Struktur gegen den Bürger gerichtet ist?

Romeo Frey – Vorstandssprecher von AUF Witten

2019  AUF Witten - Um uns selbst müssen wir uns selber kümmern