Leserbrief zum Bericht „Demo gegen Gewerbegebiet“ im Lokalteil der WAZ Ausgabe vom 08.12.2018

Die Initiative „Stockum wehrt sich“ für den Erhalt des Ackerlandes am Vöckenberg ist vollkommen richtig. Kein Gewerbegebiet auf dieser Freifläche, keine weitere Versiegelung des Bodens oder Beeinträchtigung der Frischluftzufuhr für Witten! Dass der „Freiraum-Eingriff“ „vertretbar“ wäre, weil es angrenzende Gewerbegebiete gäbe, ist überhaupt kein Argument. Danach könnte sich ja jedes Gewerbegebiet, sozusagen als natürliches Recht, endlos ausdehnen. Richtig peinlich wird es aber, wenn Holger Jüngst von der SPD die möglichen Arbeitsplätze gegen die Umwelt auszuspielen versucht, um die Versiegelung des Bodens zu rechtfertigen. Dazu nur eine grundsätzliche Anmerkung: Die Arbeit findet mit Naturstoffen statt, die in Produkte verwandelt und weiterverarbeitet werden. Dazu brauchen die Menschen saubere Luft zum Atmen, gesunde Lebensmittel und reines Wasser. Genau diese Lebens- und Arbeitsbedingungen werden gegenwärtig durch den rücksichtslosen kapitalistischen Raubbau an der Natur gefährdet. Es wird der Ast abgesägt, auf dem wir alle sitzen - damit der Mann an der Säge Arbeit habe? Was für eine Logik! Solange die Logik des kapitalistischen Wirtschaftssystems gilt, nützen keine Appelle an die Vernunft, um den Raubbau an der Natur zu stoppen. Das zeigen alle Erfahrungen. Die Demo gegen das Gewerbegebiet ist somit ein wichtiger Schritt, aus dieser Erfahrung den Schluss zu ziehen, sich nicht weiter dieser selbstzerstörerische Logik zu unterwerfen und aktiv gegen deren Folgen aufzustehen.

Achim Czylwick, Ratsmitglied für AUF Witten

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