Bürgerinitiative Bebbelsdorf: "Wir fordern ein Neues Verkehrsgutachten!"

Die Bürgerinitiative Bebbelsdorf hielt die nachfolgenden zwei Redebeiträge am Montag, den 18.3. im Haupt- und Finanzausschuss als Begründung für zwei Bürgeranträge zur Überprüfung des Bauantrags 256 Bebbelsdorf Süd mit geplanten 48 Wohneinheiten auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Schüren gehalten haben.

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrte Damen und Herren

Wir die Bewohner des Bebbelsdorfs stehen heute hier um ein neues Verkehrsgutachten für den Bebauungsplan B 256 Bebbelsdorf Süd zu fordern. Das zurzeit vorliegende Verkehrsgutachten zeigt erhebliche Mängel auf. Zum einen wurde es bereits 2015 erstellt. Es ist fehlerhaft und nicht mehr aktuell. Die ermittelten Werte stützen sich auf den 19.07.2016. Dieser Tag lag in den Sommerferien und war einen der heißesten Tage des Jahres.

Viele Bewohner waren zu dem Zeitpunkt im Urlaub  oder haben sich in Ihren Häusern versteckt. Kindergärten und Schulen waren geschlossen. Deshalb war das Verkehrsaufkommen an diesem Tag äußerst gering. Die weiteren Zählungen waren am 08.12.2015  und 08.11.2016.

Auch wurden Messwerte , die lediglich errechnete Annahmen sind und mit der tatsächlichen Verkehrssituation in der Straße Bebbelsdorf nichts zu tun haben, als Grundlage für das bestehende Gutachten verwendet. Sie entbehren somit unserer Meinung nach, einer korrekten Grundlage.

Das Fahrzeugaufkommen im Neuen Plangebiet wird mit viel zu wenigen Fahrten angesetzt. Bereits im Oktober 2017 und Januar 2018 haben wir auf folgendes hingewiesen. Die Theorie das Studenten keine Autos besitzen stimmt nicht. (siehe Neubau Parkhaus an der Uni). Im Verkehrsgutachten wird bei 50 WE = 175 Personen von 50 PKWs ausgegangen!

Dies viel zu gering berechnet!!! Realistisch wären mindestens 80 – 100 PKWs. So ergeben sich statt der 445 Fahrten laut Verkehrsgutachten ca. 820 Fahrten pro Tag! Dies ist nur der zusätzliche Verkehr der neuen Bewohner des Plangebietes.

Meine Damen und Herren, die Fahrten von Besuchern , Taxen , Paketboten, Handwerkern , Müllabfuhr ect.kommen noch hinzu. Wo sollen meine Damen und Herren die Zusätzlichen  Fahrzeuge Parken?? Wenn in der Planung nur 56 Parkplätze geplant sind. Ergänzend möchten wir noch hinzufügen das seit 2016/2017 die Bewohner – Verkehrsstruktur stark verändert hat.

Alte sind Verstorben neue Familien hinzugezogen und Firmen haben sich im Bebbelsdorf und Liegnitzerstr. neu angesiedelt, deren Mitarbeiter parken zum Großteil im Bebbelsdorf! Bei Emission- und Schallschutzwerten wurden gravierende Beeinflussungen durch BAB 448, die nach der Öffnung der Querspange ca. 20.000 KFZ pro Tag mehr frequentiert wird, nicht berücksichtig. Jetzt schon ohne zusätzlichen Verkehr überschreiten wir Tags wie Nacht die Grenzwerte der 16 BImSchV.

Laut WHO sind die angegebenen Werte gesundheitsbedenklich.

Es wurden zudem das umliegende Gewerbe und die Pferdebachstraße, die viel Verkehr hat nicht berücksichtigt. ( Zubringer für die A44 + A45 )Auch der Friedhof mit seinem großen Verkehrsaufkommen und ständiger Lärmbelästigung fehlt. Z.B. Ab 6:00 Uhr morgens kontinuierliche LKW zu und ab fahrten,Baggerarbeiten,Kettensägenarbeiten,häufige zu und Abfahrten von Bestattern. Friedhofbesucher fahren nur über das Bebbelsdorf da die Hauptzufahrt des Friedhofs mit Pollern versperrt ist.

Wie auf den Fotos zu sehen ist die Parksituation bereits zum jetzigen Zeitpunkt mehr als schwierig, mit den neu zu erwarteten Fahrzeugen wird diese katastrophal, da wir durch unsere Inselstellung keine Ausweichmöglichkeit haben in Nachbarstraßen zu Parken.

Obwohl wir eine Anliegerstraße sind gehört es leider zur Tagesordnung das nicht ansässige Fahrzeuge durch unsere Straße fahren und dabei oft das Tempolimit von 30Kmh überschreiten,

leider bleibet es nicht nur bei PKWs auch eine große Anzahl von LKW’s bedient sich gerne des Bebbelsdorf als Abkürzung, in beide Richtungen ( da wären  Müllabfuhr, Gartenbaubetriebe, Straßenreinigung, Zulieferer für Gewerbe… )

Daher unsere Forderung nach einem Neuem Verkehrsgutachten!!!!

Danke für Ihre Aufmerksamkeit

Die auftretenden Probleme bei Regenwetter sind für das Bebbelsdorf von großer Bedeutung, wie die Bürgerinitiative Bebbelsdorf in einem zweiten Redebeitrag deutlich ausführte:

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin  – sehr geehrte Damen und Herren

Wir die Bürger des Bebbelsdorf stehen hier um Ihnen unsere Bedenken und Ängste zu erläutern, die mit dem Neubau von 48 Wohneinheiten auf dem ehemaligen Grund der Gärtnerei Schüren und dem Neubau der Firma Ellerhold sowie dem Bau einer Pumpstation für Regenwasser auf der  Brachwiese oberhalb des Bebbelsdorf mitsichbringen,fast das gesamte Schmutz – und Regenwasser der beiden Neubaugebiete wird zusätzlich in die Kanalisation vom Bebbelsdorf eingeleitet. Diese Belastung ist für den Abwasserkanal nicht mehr leistbar.

Aus den leidvollen Erfahrungen der letzten Jahre kommt es immer wieder bei Stark – Platzregen zu Überflutungen der Kellerräume in den Häusern des Bebbelsdorf – der Liegnitzer Straße und des Gemeindeeck . Die Gullys laufen über und das Schmutzwasser wird in die Häuser zurück gedrückt. Erschwerend kommt noch hinzu das Regenwasser  den Walfischbach an der Friedhofseite ansteigen lässt und das Grundwasser dort nicht ablaufen kann.

Durch die zusätzliche Verdichtung und Versiegelung des Bodens aufgrund der Baumaßnahmen wird  der Grundwasserspiegel ansteigen und die Gefahr von Wasserschäden erhöhen. Dies geschieht durch das ableiten von Niederschlagswasser in das Klüftige Grundgebirge des neuen Plangebietes. Für belastbare Aussagen hierzu sind weitere Untersuchungen des tieferen Untergrundes erforderlich laut des Gutachtens der Erstbewertung der Niederschlagswasserversickerung. Die Firma Ellerhold und das Neubaugebiet leiten Ihr Schmutzwasser in das 600er Rohr der Kanalisation Bebbelsdorf ein. Es kann nicht sein dass der alte Bestand an Anwohnern die Rechnung für geplante Neubauprojekte tragen muss und sich die Bauherren umsonst aus der Affäre ziehen.

Wir sind nicht bereit für die Kosten für einen neuen Kanal  - die Erneuerung der Straße sowie die Kosten für Schäden an unseren Häusern während und nach der Bauphase zu tragen.

Abschließend möchten wir Sie darauf hinweisen das gemäß des Gutachtens zur Regenwasserversickerung noch weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Sie als Vertreter der Stadt haben die Verantwortung nicht nur an die Zukunft sondern auch an  ein verträgliches Heute zu denken.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit

Leserbrief zum Bericht „Demo gegen Gewerbegebiet“ im Lokalteil der WAZ Ausgabe vom 08.12.2018

Die Initiative „Stockum wehrt sich“ für den Erhalt des Ackerlandes am Vöckenberg ist vollkommen richtig. Kein Gewerbegebiet auf dieser Freifläche, keine weitere Versiegelung des Bodens oder Beeinträchtigung der Frischluftzufuhr für Witten! Dass der „Freiraum-Eingriff“ „vertretbar“ wäre, weil es angrenzende Gewerbegebiete gäbe, ist überhaupt kein Argument. Danach könnte sich ja jedes Gewerbegebiet, sozusagen als natürliches Recht, endlos ausdehnen. Richtig peinlich wird es aber, wenn Holger Jüngst von der SPD die möglichen Arbeitsplätze gegen die Umwelt auszuspielen versucht, um die Versiegelung des Bodens zu rechtfertigen. Dazu nur eine grundsätzliche Anmerkung: Die Arbeit findet mit Naturstoffen statt, die in Produkte verwandelt und weiterverarbeitet werden. Dazu brauchen die Menschen saubere Luft zum Atmen, gesunde Lebensmittel und reines Wasser. Genau diese Lebens- und Arbeitsbedingungen werden gegenwärtig durch den rücksichtslosen kapitalistischen Raubbau an der Natur gefährdet. Es wird der Ast abgesägt, auf dem wir alle sitzen - damit der Mann an der Säge Arbeit habe? Was für eine Logik! Solange die Logik des kapitalistischen Wirtschaftssystems gilt, nützen keine Appelle an die Vernunft, um den Raubbau an der Natur zu stoppen. Das zeigen alle Erfahrungen. Die Demo gegen das Gewerbegebiet ist somit ein wichtiger Schritt, aus dieser Erfahrung den Schluss zu ziehen, sich nicht weiter dieser selbstzerstörerische Logik zu unterwerfen und aktiv gegen deren Folgen aufzustehen.

Achim Czylwick, Ratsmitglied für AUF Witten

Ruhrgebiet-Trinkwasser durch Zechengiftmüll gefährdet!

Text auf dem Plakat: Umweltgerechte Entsorgung aller unter Tage eingelagerten Giftstoffe - auf Kosten der Verursacher!Im Bundestagswahlkampf wurden zahlreiche gesellschaftlich wichtige Themen gezielt aus den Medien herausgehalten. Eines dieser Themen ist die Zechenflutung durch die RAG.

Die Bewegung Kumpel für AUFdeckte zusammen mit dem Bergmann Christian Linkvor mehreren Jahren auf, dass in den Zechen 1,6 Millionen Tonnen Abfälle, davon 578.000 Tonnen hochgiftig, mit Billigung der rot-grünen Landesregierungeingelagert wurden.

Christian Link wurde daraufhin von der RAG mit einem Anfahrverbot belegt.

Obwohl ihm keine Unwahrheiten nachgewiesen werden konnten, wurde die Maßregelung bis heute weder zurückgenommen, noch gab es eine Entschuldigung.

Die RAG behauptet weiterhin, der Giftmüll sei „sicher eingeschlossen“ und im Grubenwasser nicht nachzuweisen. Kein Wunder, wenn keine Messungen durchgeführt oder die Messmethoden unzureichend sind.

Das Grubenwasser ist extrem salzhaltig, was zur Lösung des Giftmülls bei Flutung führt. Dass sich Wasser bekanntermaßen nicht an irgendwelche Trinkwasserschutzgebiete hält, sollte sich von selbst erklären. Damit hätten allein in NRW 18 Millionen Menschen keinen Zugriff auf sauberes Trinkwasser mehr.

Weiterlesen: Ruhrgebiet-Trinkwasser durch Zechengiftmüll gefährdet!

Aktuelle Information zur Pressekonferenz vom 10.08.2017:

Ruhrkohle AG wird auf Unterlassung der Trinkwasservergiftung und Flutung der Zechen verklagt

AUF Witten unterstützt die Klage von ganzem Herzen. Wir beteiligen uns hieran mit einer Spende von 250 Euro. Die Verbrechen der RAG geht das gesamte Ruhrgebiet etwas an. Nachfolgend die aktuelle Pressemitteilung der Bürgerversammlung zum Thema.

Am 8. August wurde beim Landgericht Bochum Klage erhoben gegen die von der Ruhrkohle AG (RAG) betriebene Flutung der Zechen im Ruhrgebiet. Im Auftrag einer Marler Bürgerversammlung klagt der in Wasserchemie bewanderte Jürgen Pfeiffer. Vertreten wird die Klage durch die Rechtsanwaltskanzlei Kuhlmann in Dortmund. Die RAG soll dazu verurteilt werden „alle Maßnahmen zu unterlassen, die dazu führen, dass PCB (= polychlorierte Biphenyle) oder andere untertägig befindliche Giftstoffe“ nach über Tage und in den Trinkwasserkreislauf gelangen.

Die zur Kosteneinsparung geplante Einstellung der untertägigen Wasserhaltung (Pumpen), auf der Marler Zeche Auguste Victoria in gegenwärtig noch 1.100 m Tiefe, beschwört das mutwillig herauf. Die Klageschrift bringt detaillierte Beweise, dass im gegenwärtig noch trocken liegenden Grubengebäude auf der Zeche Haus Aden zwischen 1.500 und 2.100 Tonnen PCB verblieben sind sowie auf Auguste Victoria mindestens 6.395 Tonnen Giftmüll eingelagert wurden. Das Ultragift PCB ist auch in kleinsten Mengen gesundheitsschädlich und erzeugt Krebs.

Würde das Bergwerk vollends geflutet, gelangen diese Stoffe ins Grubenwasser, das sich in den oberen Schichten mit Grundwasser vermischt und so das Trinkwasser verseucht. Würde es nach der RAG gehen, dann wäre Auguste Victoria längst geflutet. Es ist allein der öffentlichen Kritik und Protesten zu verdanken, dass dies bis heute verhindert werden konnte. Namentlich „Kumpel für AUF“ und weiteren Kräften der kämpferischen Bergarbeiterbewegung, die dieses Umweltverbrechen ans Licht der Öffentlichkeit gebracht haben. Die Marler Bürgerversammlung gegen Verfüllung und Flutung von Auguste Victoria setzt weiter auf die Unterstützung vieler Bürgerinnen und Bürger sowie der kritischen Öffentlichkeit.

Bei Interesse wird eine Kopie der Klageschrift gerne zur Verfügung gestellt. Ebenso können Interviews mit dem Kläger oder Rechtsanwalt Kuhlmann vermittelt werden. Auch auf der Website www.kanzlei-kuhlmann.de finden sich zusätzliche Informationen in dieser Sache.

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