Europas Umwelt-Musterknabe

Der Bundesrepublik droht eine Klage der EU-Kommission wegen anhaltender Überschreitung der EU-Abgasgrenzwerte. Bereits Anfang vergangener Woche hat die Bundesregierung eine von Brüssel gesetzte Frist verstreichen lassen, vor deren Ablauf sie Schritte hätte bekanntgeben sollen, um die Belastung deutscher Ballungszentren mit Feinstaub und mit Stickoxiden spürbar zu senken. Aktuell werden die Grenzwerte in rund 120 deutschen Kommunen überschritten und liegen teilweise bei mehr als dem Doppelten des zulässigen Werts, obwohl die EU-Kommission nennenswerte Reduktionen bereits seit Jahren anmahnt. Die Zahl der Menschen, die in Deutschland jedes Jahr wegen der Luftverschmutzung vorzeitig ums Leben kommen, wird auf bis zu 80.000 geschätzt. Hintergrund des - vorsichtig formuliert - schleppenden Vorgehens gegen Feinstaub und Stickoxide sind Interessen der mächtigen deutschen Autoindustrie. Bei der Umsetzung von EU-Normen ist Deutschland insgesamt Schlusslicht in der Union - nicht zuletzt in den Bereichen Verkehr und Umwelt.

Weiterlesen: Europas Umwelt-Musterknabe

Leserbrief zum Artikel in der WAZ Witten: "Grüne fragen nach Belastung durch DEW"

Leider vergaßen die Grünen zu erwähnen, dass sie erst durch meine wiederholten schriftlichen Anfragen im Juni 2017 durch mich auf ihre Untätigkeit hingewiesen worden sind. Jetzt nach der Wahl und einer meiner Meinung nach 10-jährigen fahrlässigen Untätigkeit bezüglich Umwelt und Schutz der Gesundheit unserer Bevölkerung, kommen sie hinter dem Ofen hervor. Meine Bereitschaft Informationsmaterial vorzustellen, bezüglich aktueller, ständiger Grenzwertüberschreitungen der DEW, insbesondere im Bereich Staubniederschläge von Nickel, die rund um das Werk durch die LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) gemessen werden, sowie Wichtung und Beobachtung der mir bereits vorliegenden Messergebnisse der Umweltstation am Saalbau wurden seit Juli 2017 nicht von den Grünen wahrgenommen.

Wolfgang Seidel, Bürger der Stadt Witten

Bessere Luft für Witten! Aber wie?

Witten mit seinem Stahlwerk mitten drin kann die seit Jahren bekannten Probleme der Luftqualität nur lösen, wenn der äußerst gefährliche Mix aus industriellem Feinstaub und verkehrsbedingten Emissionen berücksichtigt wird. Das aber ignorieren sowohl die Bezirksregierung Arnsberg als auch die Stadt Witten in ihrem sog. Luftreinhalteplan: die Emissionen des Edelstahlwerks werden willkürlich auf einen Anteil von drei (!) Prozent herunter gerechnet, industrieller Feinstaub gilt so als vernachlässigbar! Gastautor Wolfgang Seidel untersucht kritisch, wie sowohl die Verwaltung der Edelstahlwerke (DEW) wie auch die Verwaltung der Stadt Witten damit umgehen (d. Red.).

„Umweltschutz“ bei DEW

Wolfgang Seidel, Bürger der Stadt Witten, bleibt im Kampf gegen den Feinstaub und der Vertuschung von der Stadt Witten und LANUV hartnäckig
Wolfgang Seidel, Bürger der Stadt Witten, bleibt im Kampf gegen den Feinstaub und der Vertuschung von der Stadt Witten und LANUV hartnäckig

Die Deutschen Edelstahlwerke gehören zur Schmolz + Bickenbach-Gruppe.

Am 19.06.2017 hatte ich Herrn Heumann (Umweltbeauftragter der DEW) angeschrieben zum Thema „umfassender Nachhaltigkeitsbericht“. Da ich leider von ihm keine Antwort erhielt, wandte ich mich an Frau Antje Gräb (Abt.-Ltr. Umwelt- und Klimaschutz).

„Wann ist eigentlich mit dem angekündigten umfassenden Nachhaltigkeitsbericht 2017 zu rechnen? Im letzten Bericht von 2016 hieß es ja: "Von Seiten des Unternehmens wurde festgelegt, dass zukünftig ein umfassender Nachhaltigkeitsbericht jeweils nur noch alle 3 Jahre veröffentlicht wird. Der nächste Nachhaltigkeitsbericht der Deutsche Edelstahlwerke GmbH wird also 2017 erscheinen."

Auch hier keine Antwort. Erst auf telefonische Nachfrage wurde ich an die Schmolz + Bickenbach AG mit Sitz in Luzern/ Schweiz verwiesen, die dann auch antwortete:

„Für das Jahr 2016 gibt es nur den Kurzbericht. Nachdem wir zukünftig den Themenbereich Nachhaltigkeit/Corporate So­cial Responsibility für die gesamte Schmolz+Bickenbach Gruppe (in der DEW inkludiert ist) berichten werden, wird kein langer Nachhaltigkeitsbericht von DEW mehr erscheinen. Die Informationen zu DEW werden dann in diesem Bericht (ab Frühjahr 2018 für das Geschäftsjahr 2017) erscheinen.“

Im erwähnten Kurzbericht wird das Thema Umwelt als Rubrik Risikomanagement abgehandelt:

Weiterlesen: Bessere Luft für Witten! Aber wie?

Sachlich korrekte Wiedergabe gefordert

Sehr geehrter Herr Augstein,

in der heutigen Lokalausgabe der WAZ wird das überparteiliche Personenwahlbündnis AUF Witten als "linksextremes Personenwahlbündnis" gekennzeichnet. Das widerspricht den Minimalanforderungen an journalistische Standards.

Von der Wiedergabe einer Pressemitteilung kann man zurecht erwarten, dass sie sachlich korrekt ist.

Keinesfalls hat sie die Aufgabe, Kommentare oder Einschätzungen der Redaktion wiederzugeben.

Selbstverständlich steht es Ihnen als Redaktion frei, sich zum Charakter von AUF Witten in einem Artikel zu äußern.

Da wären wir gespannt darauf, zu erfahren, welche Beweise Sie für die Kennzeichnung als  "linksextrem" vorbringen könnten, zumal schon die Kombination von linksextrem und Personenwahlbündnis ein Widerspruch in sich ist.

Weshalb immer wieder diese Diskussion mit Ihrer Redaktion geführt werden muss, ist schwer nachzuvollziehen. Denn Gelegenheit und Möglichkeiten, sich von unserem überparteilichen Charakter zu überzeugen, gab und gibt es reichlich.

Zum Schluss hätten wir auch die Bitte, künftig unseren Namen so zu bringen, wie wir es selbst schreiben, nämlich AUF Witten.

Bei anderen Parteien und Organisationen bringen sie die Abkürzungsbuchstaben wie selbstverständlich in Groß, warum nicht auch bei uns?

AUF steht für Alternativ, Unabhängig, Fortschrittlich und hat einen entsprechenden Wiedererkennungswert.

 

mit freundlichen Grüßen
im Auftrag

Romeo Frey - Sprecher im Vorstand von AUF Witten

Unterkategorien

2018  AUF Witten - Um uns selbst müssen wir uns selber kümmern