Es geht um den grünen Kornmarkt – und es geht um viel mehr!

Redebeitrag von Achim Czylwick, Sprachrohr im Rat von AUF Witten, auf der Kundgebung für einen grünen Kornmarkt vom 9. November

Ich begrüße alle zur dritten Kundgebung für einen grünen Kornmarkt. Vielen Dank, dass ihr gekommen seid. Wir stehen hier am Anfang einer ganz wichtigen Auseinandersetzung um den Stellenwert der Umweltpolitik in Witten. Dafür ist die Stellung zum grünen Kornmarkt der Prüfstein. Ein grüner Kornmarkt dient als Frischluftschneise für die mit Feinstaub, CO2 und Stickoxiden belastete Innenstadt, es würde eine versiegelte Fläche wieder freigegeben, es würde das Stadtbild verschönern, und die Innenstadt kulturell aufwerten. 

Ein grüner Kernmarkt wäre ein eindeutiges Signal, dass die Stadt ihre Zukunft unter umweltpolitischen Gesichtspunkten betreibt, dass die Investitionen am Umweltschutz gemessen werden, dass dieser höher zu bewerten ist, als die Interessen nach Renditen für Investoren. Das Eintreten für einen grünen Kornmarkt, und das ist mir  besonders wichtig, ist Teil eines weltweiten Kampfes für die Verteidigung unserer Lebensgrundlage gegen die Profitwirtschaft. Denn unser Eintreten für den grünen Kornmarkt reiht sich ein in die Kämpfe gegen die weitere Versiegelung der Landschaft, gegen die Rodung der Wälder, für das Ersetzen fossiler Brennstoffe, für die Rettung der Meere, für den Ausbau des öffentlicher Nahverkehrs, für ein umfassendes Recycling, gegen Giftmüll unter Tage im Revier usw.

So gesehen sind wir Teil einer Bewegung, zu der auch FfF gehört, die nicht bereit ist, unseren Planeten den Profitinteressen zu opfern. Ganz anders die Verwaltung und die Ratsmehrheit, wozu auch die Linkspartei in Witten gehört, die den Antrag von AUF Witten, die Bebauung zu stoppen, abgelehnt hat. Aber besonders die Grünen und die Piraten tun sich als Befürworter der Bebauung hervor und rechtfertigen diese damit, dass es ja einen grünen Fleck geben solle. Dieser grüne Fleck ist aber nur ein schlecht sitzendes Feigenblatt dafür, die Interessen der Investoren nach hohen Renditen  zu verdecken.

Bei der Ausschreibung für die Bebauung im August 2017 wurde als Ziel die „Stärkung und Belebung der Wittener Innenstadt“ angegeben, so als wenn mit noch mehr Geschäftsflächen die Leerstände behoben würden. Genauso konstruiert ist das „Argument“, es gehe um „zeitgemäße Mietwohnungen“, die „bezahlbar“ usw. Der Investor, der den Kornmarkt bebauen will, um damit Rendite zu machen, hat  sicher eine andere Vorstellung von „bezahlbar“ als zum Beispiel eine alleinerziehende Mutter. So arbeiten Trickbetrüger, die mit solchen Floskeln nur ihre wahren Ziele verdecken wollen.

Die Wirtschaftsinteressen über die Belange des Schutzes und des Erhalts der Lebensinteressen zu stellen, ist der Kern der Politik derer, die für die Bebauung eintreten. Diese Leute gehen sicher nicht soweit wie der US Präsidenten Trump, der von Umweltschutz nichts wissen will. Aber mit der Zustimmung zur Bebauung des Kornmarkts wird dessen Linie, die Wirtschaftsinteressen über die Umweltinteressen zu stellen, in der Praxis dennoch gefolgt.

Es gibt für die Bebauung des Kernmarkts keinen anderen Grund als den, mit der Bebauung das Interesse nach Renditen für private Investoren zu bedienen. Wer das will, soll es auch offen sagen, uns aber nicht mit dem dummen Argument kommen, es gebe ja einen auch kleinen grünen Fleck.

Wir erklären in aller Konsequenz, dass es kein vernünftiges Argument unter Beachtung des Umweltschutzes gibt, das für die Bebauung des Kornmarkts spricht.

Daher Stopp der Bebauung, für einen grünen Kornmarkt als eindeutiges Signal für eine zukunftsorientierte Umweltpolitik in Witten.

2019  AUF Witten - Um uns selbst müssen wir uns selber kümmern