• AUF-Ruhr ins Ruhrparlament - bei der Kommunalwahl 2025
  • Für einen grünen Kornmarkt
  • Homepage vom Frauenverband Courage Witten
  • Stärk die neue Friedensbewegung! Gegen Faschismus und Krieg!
  • Internationalistisches Bündnis gegen Rechtsentwicklung, Faschismus und Krieg!
  • Gib Antikommunismus keine Chance!
  • Umweltgewerkschaft - Die Erde vor dem Kollaps retten
  • Homepage der Bundesweiten Montagsdemobewegung - das Original seit 2004

Weder Mullah noch Schah!

Kategorie: Internationale Solidarität Veröffentlicht: Dienstag, 03. März 2026 Geschrieben von AUF Witten

Zu der Berichterstattung in der WAZ, insbesondere zum Artikel im Wittener LokalteiKrieg gegen Iran: „Was daraus wird, hängt von so vielen Faktoren ab“ haben Achim Czylwick, ehemaliges und langjähriges Ratsmitglied von AUF Witten und Romeo Frey, Vorstandssprecher im Kommunalwahlbündnis die folgenden Leserbriefe veröffentlicht:

 Die Mullahs müssen weg – daran gibt es keinen Zweifel. Aber wer heute über den Sturz des Regimes spricht, darf nicht ausblenden, wer sich danach an die Schalthebel der Macht setzen will. Wenn ausgerechnet Trump und Netanjahu ihre Finger im Spiel haben, geht es nicht um Freiheit für die Menschen im Iran, sondern um ein Regimewechselprojekt im eigenen Interesse.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie gefährlich solche Konstellationen sind. 1979 wurde der Schah durch eine breite revolutionäre Bewegung gestürzt, in der linke, säkulare und islamische Kräfte gemeinsam kämpften. Khomeini kehrte aus dem Exil zurück und ließ genau jene linken und demokratischen Kräfte, die mitgeholfen hatten, das alte Regime zu stürzen, als erste zerschlagen. Die Hoffnungen eines großen Teils der Bevölkerung wurden in eine neue Diktatur unter religiöser Flagge verwandelt.

Heute erleben wir erneut mutige Aufstände im Iran – getragen von Frauen, Jugendlichen, Arbeiterinnen und Arbeitern, die für „Frauen, Leben, Freiheit“ und wirkliche Demokratie auf die Straße gehen. Diese Menschen brauchen unsere Solidarität, aber keine ausländischen „Paten“, die im Hintergrund bereits an einem Regime basteln, das ihren eigenen geostrategischen und ökonomischen Interessen dient. Wer eine ganze Region an den Rand eines Flächenbrandes treibt, zeigt damit, dass ihm weder das Leben noch die Freiheit der Menschen viel wert sind.

Deshalb gilt: Ja, die Mullahs müssen weg – aber die iranische Opposition darf sich nicht vor den Karren Trumps oder Netanjahus spannen lassen. Statt Bomben und Drohungen braucht es das Ende der Angriffe, das Zurückfahren der Eskalation und die Unterstützung dafür, dass sich im Iran selbst eine eigenständige, demokratische und sozialistische Opposition entwickeln kann. Nur so entsteht eine Alternative, die wirklich den Menschen im Iran verpflichtet ist – und nicht den Machtinteressen fremder Staaten.

Achim Czylwick

 

Als Leser ihrer Publikationen zum Nahostkrieg gewinnt man den Eindruck, als ob unsere größten Probleme darin liegen, dass wir an der Tankstelle zu teuer tanken müssen oder dass die Tourismusbranche und alle Nahosttouristen furchtbar leiden müssen.

Der Nahe Osten ist ein Pulverfass, an den Netanjahu und Trump die Lunte gelegt haben. Dass daraus ein Weltbrand entstehen kann, liest man entweder gar nicht oder nur am Rande. Ein solcher allerdings wäre furchtbar, nicht nur für die Menschen in Nahost, sondern auf der ganzen Welt.

Schon gar nicht werden die tieferen Interessen zur Sprache gebracht, warum in diesem Gebiet die beiden Supermachtblöcke aufeinanderprallen, angeführt von USA auf der einen und China auf der anderen Seite. Der offensichtliche Niedergang des Mullahregimes inspiriert Trump, die seit dem Sturz des Schah von Persien verloren gegangene Vormachtstellung in Nahost und Verfügung über beachtliche Rohölquellen wiederzuerlangen. Die israelischen Großmachtpläne des engen Verbündeten Netanjahu passen dazu. Gleichzeitig wird China und Russland ihr dortiger Einfluss streitig gemacht. Ob dieses Kalkül aufgeht? Allein schon diese Frage muss uns alle mit höchster Sorge erfüllen. Aber die Welt besteht nicht nur aus rivalisierenden Supermächten und nachrangigen Möchtegerngrößen wie Deutschland. Schon immer wurde die Geschichte von den Volksmassen gemacht. Es passt zu ihrer oberflächlichen Behandlung des Nahostkriegs, dass sie wesentliche Strömungen im iranischen Volk ausblenden, die da lauten: weder Mullah noch Schah.

Diese „Alternativen“ hat das iranische Volk zu Genüge „auskosten“ können. Auf eine Wiederholung einer monarchistischen Ausbeutung im Interesse der USA kann es getrost verzichten.

Ich gehe davon aus, dass die Thematik im Mittelpunkt der nächsten Montagsdemo am 9.3. auf dem Berliner Platz ab 17 Uhr stehen wird, ob die WAZ darüber berichtet oder nicht.

Romeo Frey, Vorstandssprecher AUF Witten

 

Suchen