AUF Witten zur Lage am Wohnungsmarkt
Zu einem Artikel in der Wittener WAZ „Witten plant neuen Grundsteuer-Hebesatz“ vom 09.02.2026 und die Folgen der steigenden Mieten hat Achim Czylwick, ehemaliges Ratsmitglied von AUF Witten den folgenden Leserbrief verfasst:
Die aktuellen Berichte zur geplanten Erhöhung der Grundsteuer und zur Lage am Wohnungsmarkt zeigen eines sehr klar: Allein mit mehr Sozialwohnungen lassen sich die immer weiter steigenden Mieten nicht stoppen. Der „Soziale-Wohn-Monitor“ des Pestel-Instituts weist einen Fehlbestand von rund 1,4 Millionen bezahlbaren Wohnungen aus, insbesondere bei Sozialwohnungen. Vor allem Jüngere und Ältere sind die Verlierer auf dem Wohnungsmarkt. Ohne bezahlbare Wohnung am Ausbildungsort keine Ausbildung. Heute überhaupt noch eine Wohnung zu finden, birgt die Gefahr durch die hohen und steigenden Mieten regelrecht arm zu werden.
Mehr Sozialwohnungen – wie von der IG BAU gefordert – wären sicher ein wichtiger Schritt. Aber auch Sozialwohnungen heben das kapitalistische Prinzip auf dem Wohnungsmarkt nicht auf. Wohnungen werden als Waren behandelt und entsprechend vermarktet. Vor allem große Wohnungskonzerne nutzen ihr Eigentumsrecht, um immer höhere Mieten durchzusetzen. Die Abhängigkeit derjenigen, die kein Eigentum haben, von den Eigentümern der Wohnungen ist die Grundlage für diese Erpressbarkeit.
An dieser Abzocke beteiligt sich die öffentliche Hand, wie die Stadt Witten, wenn sie die Grundsteuer anhebt. Diese Steuer kann vollständig auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden. Das treibt die Wohnkosten noch weiter nach oben. Die Kommunen stopfen damit ihre Haushaltslöcher und nehmen bewusst ein „Sozialdrama“ auf dem Wohnungsmarkt in Kauf.
Jeder Mensch braucht ein bezahlbares Dach über dem Kopf. Deshalb müssen wir politisch das Recht auf Wohnen einfordern – nicht nur als schöne Formulierung im Grundgesetz, sondern als durchsetzbare Verpflichtung von Staat und Kommunen. Solange jedoch die Wohnung als Ware behandelt und das Grundbedürfnis Wohnen der Profitlogik untergeordnet wird, wird es auf kapitalistischer Grundlage keine dauerhaft bezahlbaren und ausreichend gute Wohnungen geben.








